In Wahrheit geht es nämlich primär um alle nicht verschleierten Frauen:
Die Existenz verschleierter Frauen, die ihre vermeintlich zur Sünde anstiftenden Reize verbergen, stempelt automatisch alle nicht verschleierten Frauen – egal zu welcher Religion sie sich bekennen – allgemein zu Sexualobjekten ab und rechtfertigt es, wenn Männer sie auf ihre Reize reduzieren oder sogar vergewaltigen, wenn man an den Äußerungen des australischen Scheich Taj el-Din al-Hilali denkt.
Diskriminiert werden durch das Kopftuch und artverwandte Kleidungsstücke nicht die verschleierten Frauen, sondern alle anderen, die sich nicht diesem Diktat unterwerfen.
Nicht selten drücken männliche Verfechter der Verschleierung ausdrücklich oder implizit aus, dass sie unverschleierte Frauen als ehrlos oder sogar als Prostituierte betrachten.
Das Problem ist weniger eines der Frauen, die sich dem Verschleierungsdiktat unterwerfen, sondern vielmehr eines derer, die es nicht tun. Egal, ob sie sich zum Islam bekennen oder nicht. Egal, ob sie aus einem islamischen Kulturkreis stammen oder nicht.